Gestern luden die Grüne Jugend Landshut, das Haus International und Queer in Niederbayern e.V. zum Expert*innengespräch über queeren Geflüchteten ein. 25 Menschen fanden sich ein, um über die Herausforderungen für queere Geflüchtete und deren politische Lösung zu diskutieren. Eingeladen waren drei Expertinnen auf dem Gebiet: Marlene Schönberger, Co-Vorsitzende von Queer in Niederbayern, Annika Brose-Görl, Beraterin für queere Geflüchtete vom Sub in München und Hanaa Al Bajray, queere Aktivistin. Leider war Hanaa Al Bajray kurzfristig verhindert.

Was haben waren die wichtigsten Erkenntnisse?

🌧 Herausforderung: Queere Geflüchtete werden im Asylverfahren stark diskriminiert. Sie müssen explizite Fragen zu ihrem Sexualleben beantworten und oftmals wird ihnen ihre Identität nicht geglaubt.

🌈 Lösung: Queerfeindlichkeit muss in der Gesellschaft gekämpft werden. Heteronormativität, also die Norm von Heterosexualität und Cis-Geschlechtlichkeit, machen Queerfeindlichkeit erst möglich. Dieses gesellschaftliche Phänomen macht auch vor Beamt*innen natürlich keinen Halt. Gerade Angestellte der Regierung müssen regelmäßig über Diversität und einen Respektvollen Umgang mit marginalisierten Gruppen geschult werden.

🌧 Herausforderung: Die zwangsmäßige Unterbringung in Gemeinschaftunterkünften ist eine große Belastung für alle Geflüchteten. Besonders queere Geflüchtete erleben dort aber Ausgrenzung und Diskriminierung durch Mitbewohner*innen und Personal sowie Gewalt. Gerade Trans*Menschen leiden unter den gemeinsam genutzten Bädern und Duschen.

🌈 Lösung: Wir brauchen alternative Wohnkonzepte wie geschützte Unterbringungen für queere Geflüchtete. Grundsätzlich muss das überholte Konzept von einem erzwungenen Aufenthalt in Gemeinschaftsunterkünften jedoch ganz abgeschafft werden.

🌧 Herausforderung: Queere Geflüchtete erleben nicht nur Queerfeindlichkeit sondern auch Rassismus und Feindlichkeit gegen Geflüchtete. Sie erleben eine Verschränkung von verschiedenen Diskriminierungsachsen.

🌈 Lösung: Queerfeindlichkeit, Rassismus, Ableismus, Antiziganismus, Antisemitismus und andere Diskriminierungsformen müssen intersektionel angegangen werden, da sich nicht allein für sich bestehen, sondern sich auch gegenseitig bedingen.

🌧 Herausforderung: Queere Geflüchtete erleben auch Hürden innerhalb der queeren Community. Auf der einen Seite bedeutet eine Unterbringung im ländlichen Raum, dass es infrastrukturelle Hürden zu überwinden gibt. Gleichzeitig ist die queere Community nicht frei von Rassismus und Vorurteilen gegen Geflüchtete.

🌈 Lösung: Die queeren Communities müssen ihre eigenen Rassismen, Vorurteile und Privilegien reflektieren und Hürden für People of colour und Geflüchtete abbauen. Das ist ganz klar unsere Aufgabe!

Vielen Dank auch an alle Teilnehmer*innen die so aktiv mitdiskutiert und tolle Ideen und Lösungsvorschläge eingebracht haben! Da müssen wir weiter dran arbeiten 💪🌈